The Roaring Twenties – Stummfilm, Revue, Avantgarde – Kultursommer 2026

The Roaring Twenties – Stummfilm, Revue, AvantgardeDie 20er Jahre sind musikalisch eine ungemein spannende Zeit – doch auch der Film erlebte in diesen Jahren eine erste Blüte. Zum Ende des Jahrzehnts begann der Tonfilm, den Stummfilm zu verdrängen, doch bis dahin waren Stummfilme mit Live-Begleitung eines Ensembles üblich. „L’horloge magique“ („Die Wunderuhr“) und „La forêt enchantée“ („Der Zauberwald“) von Władysław Starewicz nehmen in der damaligen Filmproduktion eine Ausnahmestellung ein, da Starewicz zu den Pionieren des Puppen-Animationsfilms gehörte, insbesondere mit der hierfür verwendeten Stop-Motion-Technik.Die beiden Filme zählen zu Starewiczs besten Werken und werden durch die Musik von Paul Dessau auf das Bild hin abgestimmt unterstützt.Paul Dessau war im Übrigen von 1923-1925 Kapellmeister in Mainz, die arrangierte und rekonstruierte Fassung der Filmmusik (für Klarinette, Violine, Violoncello, Kontrabass, Akkordeon und Schlagzeug) stammt von dem im Mainz lebenden Komponisten und Arrangeur Bernd Thewes.Zur Avantgarde gehörte auch Paul Hindemiths Kammermusik op. 24 Nr. 1 für zwölf Musiker. Das Stück mit seiner eigentümlichen Besetzung erlebte seine Uraufführung 1922 im zweiten Jahr der Donaueschinger Musiktage und provozierte einen Skandal, wonach Hindemith als „Bürgerschreck“ bezeichnet wurde.Die Musik wurde vom Kritiker Heuß 1923 wie folgt beschrieben: „Es ist erreicht!Der modernen deutschen Musik ist es endlich gelungen, das heutige Leben dort zu fassen, wo es sich am frivolsten und gemeinsten austobt. Man steht seiner Musik gegenüber, wie sie zu denken, geschweige zu schreiben, noch nie ein deutscher Komponist von künstlerischer Haltung gewagt hat, einer Musik von einer Laszivität und Frivolität, die nur einem ganz besonders gearteten Komponisten möglich sein kann.“ Hindemiths Werk begeistert durch seine Motorik, die an Strawinsky erinnert, greift aber im letzten Satz auch auf einen Foxtrott zurück.Denn die Tanzmusik prägte die 20er Jahre noch mehr als die avantgardistischen Experimente. Bohuslav Martinů hat einige davon in seinem Ballett „La revue de cuisine“ (1928) aufgenommen. Wie Starewicz hatte es Martinů in das pulsierende Paris verschlagen. Mit einer Prise Ironie versehen ließ Martinů im Ballett Topf, Deckel, Schneebesen, Scheuerlappen und Besen tanzen.In der für dieses Projekt vorgesehenen „Jazzsuite“ hat Martinů das Ballett für den Konzertsaal adaptiert. Ähnlich wie Hindemith weist auch Martinů in der Sextett-Besetzung aus Violine, Violoncello, Klarinette, Fagott, Trompete und Klavier auf die späteren freien Instrumentationen in der neuen Musik voraus. Die Märsche, der Tango und der Charleston lassen die Tanzmusik der 20er Jahre in ein kunstvoller Weise auch heute noch im Konzertsaal erfahrbar werden.Projektleitung und Idee: Achim Seyler & Kathrin Isabelle KleinCopyright Foto: L.B. Martin Starewitch

Jetzt Tickets sichern

Wo


Fritz-Wunderlich-Halle
Am Rossberg , 66869 Kusel

Wann


25.09.2026


19:00 Uhr

Kategorien

Klassik, Konzerte

An dieser Stelle finden Sie ergänzende Inhalte von Google Maps

Um Inhalte von Drittdiensten darzustellen und Ihnen die Interaktion mit diesen zu ermöglichen, benötigen wir Ihre Zustimmung.

Mit Betätigung des Buttons "Fremdinhalte aktivieren" geben Sie Ihre Einwilligung, dass Ihnen Inhalte von Drittanbietern (Soziale Netwerke, Videos und andere Einbindungen) angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an die entsprechenden Anbieter übermittelt werden. Dazu ist ggf. die Speicherung von Cookies auf Ihrem Gerät notwendig. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.